Jakobsweg - Wenn du eine Auszeit brauchst
- 24. September 2017
- 0 comments
- 3
„Was sind deine Pläne?“ fragte ich auf dem Jakobsweg einen Amerikaner. Er schaute mich verwundert an, zeigte auf seinen gebrochenen Arm und entgegnete:
„Weißt du, was Gott macht, wenn du ihm von deinen Plänen erzählst?… Er lacht.“
Der Amerikaner fuhr mit dem Fahrrad, brach sich den Arm und ist nun froh zu Fuß zu gehen: „So sehe ich mehr und genieße meine Umgebung bewusster“. So wie das Leben ist auch der Jakobsweg. Man kann ihn zwar planen, doch hält er viele Überraschungen bereit. Da heißt es flexibel zu reagieren und das beste daraus zu machen. Es ist ein spannender Weg!
Eckdaten zu meinem Jakobsweg
- Ende Juni / Anfang Juli 2017
- 10 Tage
- León bis Santiago de Compostela
Gepäck
Man sagt der Rucksack sollte nicht mehr als 10-12% des eigenen Körpergewichts betragen. Auf meiner Strecke gab es ständig kleine Supermärkte. Daher packte ich die schweren Sonnencremes auf dem Foto wieder aus. Ein paar Schuhe reicht.
(Ich habe zwei mitgenommen, um auszuprobieren mit welchen ich besser laufen kann und diesem einem Freund mitgegeben, der nur die ersten drei Tage mitgekommen ist.)
Waschen kannst du auch. Also pack wirklich nur so wenig wie möglich ein. Du musst das alles schleppen. Alternativ kannst du einen Service nutzen, der dein Gepäck zur nächsten Unterkunft fährt. Aber dann musst du den Weg bis dahin auch wirklich schaffen.
Vorbereitung
Schau, dass du gute Sport- oder Wanderschuhe mitnimmst und die vorher einläufst. In Spanien kann es wärmer als in Deutschland sein. Berücksichtige also, dass deine Füße bei der Wärme dicker werden könnten.
Richtig vorbereitet, habe ich mich nicht. Ich gehe gerne spazieren, jogge 10 Km und fühle mich insgesamt fit.
Beste Jahreszeit
Man sagt die Jakobsweg-Saison geht von April bis September. Dann ist es nicht zu kalt. Aber natürlich gehen Menschen auch das ganze Jahr den Weg.
Ende Juni / Anfang Juli war es leerer als im April und Mai wurde mir berichtet. In León startete ich bei 11 Grad. Es regnete und stürmte. Andere Tage stieg das Thermometer bis über 30 Grad an. Ich hatte mir extra das Stück des Jakobsweges ausgesucht, dass bei Google Maps besonders Grün aussah, um im Schatten gehen zu können.
Die Mitte Spaniens, gerade den Weg bei Burgos, der auch als Meseta bezeichnet wird, konnten mir anderen Reisende im Sommer nicht empfehlen. Dort gibt es sehr selten Schatten.
Im Sommer gehen die Leute übrigens schon zwischen 4 und 9 Uhr los, um der Hitze zu entgehen.
Mein Tipp: Was kannst du besser ab Hitze oder Regen? Welchen Weg möchtest du gehen? Danach würde ich entscheiden, zu welchem Zeitpunkt du startest.
Warum geht man den Jakobsweg?
- Geh den Jakobsweg, wenn du Abstand gewinnen möchtest, Zeit zum Nachdenken brauchst oder etwas loslassen möchtest. Ich habe viele Leute nach der Schule, dem Studium oder nach einer Ehekrise dort getroffen.
- Andere gehen den Jakobsweg, weil sie gerne wandern oder (wieder) zu Gott finden möchten
- Rentner gehen den Weg, weil sie eh Zeit haben 😉
Ich ging den Weg, weil ich gerne in der Natur spazieren gehe und sowieso gerade in Spanien war. Zudem ist zuvor in meinem Leben so viel passiert. Da brauchte ich einfach mal Ruhe und Zeit für mich.
Was ich dir nicht empfehlen kann
- Die letzten 100 Km fand ich nicht gut. Es waren viele Schulklassen unterwegs und die Ruhe war weg
- Die Strecke León bis Astorga führt viel an Straßen entlang. Die würde ich auslassen
- Herbergen, wenn du einen leichten Schlaf hast. Es gibt immer jemanden, der oder die schnarcht
- Eine Unterkunft vorab zu planen, außer es ist wegen Platzmangels nötig
Was ich dir empfehlen kann
- Die Strecke Astorga bis Santiago de Compostela war abwechslungsreich. Sie führt durch Berge und Täler, vorbei an Weinfeldern, Flüssen und Wäldern
- Ein Besuch der Kathedrale zur Pilgermesse in Santiago de Compostela
- Sich Zeit nehmen
- Ein Besuch beim Cruz de Ferro. Hier nimmt man einen Stein hin mit und wenn man diesen dort abwirft, wird man symbolisch gesehen von seinen Lasten befreit. Das kann ein schönes Ritual sein. Aber natürlich kann man sich auch etwas für sich oder jemand anders wünschen
Comments are closed.